Mit einem verdienten 33:30 Heimsieg verabschiedete sich der BSV Phönix Sinzheim aus der Oberliga Baden-Württemberg. Nur ganz knapp musste man letztendlich in den sauren Apfel des Abstiegs beißen. Mit nur einem Sieg mehr hätte man sich erneut retten können. Doch diese Möglichkeit verspielte man vor Wochen gegen Waiblingen. Mit einem Sieg hätte man den VFL Waiblingen in den Abstieg gedrückt. Aber wenn und aber zählen nicht mehr. Es war eine Saison der vertanen Chancen. Angetreten um vorne mitzuspielen musste man diese Hoffnungen spätestens nach dem zweiten Spieltag ad acta legen als die Verletzungsseuche um sich griff.
Im Spiel gegen Langenau wollte man nochmals zeigen, dass man jederzeit in der Oberliga mitspielen kann. Trainer Frederik Beker setzte von Beginn an ein Zeichen und brachte mit Dirk Langenickel im Tor einen A-Jugendlichen der sich diesen Einsatz durch sein großes Trainingsengagement redlich verdient hatte. Er machte seine Sache auch hervorragend.
Sinzheim konnte angetrieben durch Felix Vogel die Gäste von Beginn an unter Druck setzen. Bis zum 6:5 und 8:7 wirkte der BSV geistig frischer. Eine Konzentrationsauszeit lies die Partie kippen und die HSG mit 10:13 in Führung gehen. Langenau war nicht nach Sinzheim gekommen um die Punkte zu schenken das zeichnete sich schon früh ab. Sinzheim hielt jedoch dagegen und hatte mit Yannick Marlok auf Rechtsaußen einen technisch versierten Schützen (6 Tore). Auch Mario Brezina knüpfte an seine zuletzt gezeigten Leistungen an und erzielte vier Tore. Zur Pause führte Langenau nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Sinzheim zum 13:13 mit 13:14 Toren.
Auch nach der Pause ging das Wechselspielchen weiter. Die Partie stand fast die gesamte zweite Hälfte auf des Messers Schneide. Immer wieder wechselten die Führungen. Die stärkste Phase hatte Sinzheim als man gnadenlos die Fehler des Gegners ausnutzte und von 20:19 bis auf 24:21 davonzog. Doch wie schon zu oft in dieser Saison war der Vorsprung kein Ruhekissen. Die Konzentration ließ nach, Langenau glich zum 25:25 aus. Die Spannung nahm zu. Trainer Beker hatte nun seine routiniertesten Spieler auf dem Platz. Sie sollten es nun richten. Doch Rechtsaußen Markus Helm hatte keinen guten Tag erwischte. Für ihn kam Youngster Yannick Marlok. In der Zwischenzeit gelang Goalgetter Dirk Holzner sein dreihundertstes Tor in dieser Saison. Das Spiel lief in der Schlusshase hauptsächlich über Zoltan Bergendi der seine ganze Routine einsetzte und mit seinen Gewaltwürfen sei es ins Tor oder auch in den Gegner immer wieder für Angst und Schrecken beim Gegner sorgte. Man wusste sich bei der HSG nur noch zu helfen in dem man mit zwei oder drei Mann an ihm hing. Leider wurden diese Aktionen durch das SR Gespann Effenberger/Ferreira (Pforzheim)nicht frühzeitig konsequent unterbunden so dass sich die Stimmung zusehends auflud. Zwei Minuten vor Ende der Partie stand es noch 30:30, es war nicht vorauszusehen wer als Sieger den Platz verlassen würde. Es brodelte jedoch unter den beiden Mannschaften weil auf beiden Seiten die Grenzwertigkeit von Fouls neu ausgelotet wurde. Aus einem unbedeutenden, vor sich hin laufenden Rundenschlußspiel wurde plötzlich ein knallharter Fight. Sinzheim nutzte nun jedoch die Gunst der Stunde, Bergendi mit einem flachen Wurf ins lange Eck, Yannik Marlok mit einem Wurf ins kurze Eck und die Partie war mit 33:30 gelaufen. Dachte man. Was nun kam, will und möchte man leider in einer Sporthalle nicht sehen. Nach einem harten Unterwurf von Bergendi ging ein HSG Spieler zu Boden. Erneut spielte Sinzheim an. Bergendi hatte den Ball, plötzlich lief HSG Spieler Cipa direkt auf ihn zu und checkte in an der Auslinie nieder. Bergendi warf daraufhin wutentbrannt den Ball in dessen Richtung. Das war zu viel für die Nerven der Beteiligten. Die gesamte Bank der HSG ging auf Bergendi los, Es wurde getreten und geschlagen was das Zeug hielt. Die Ordner hatten fast keine Chance die Spieler auseinanderzubringen als auch noch HSG Torwart Kief von hinten kam und Bergendi mit voller Kraft in den Unterschenkel trat. Das Ende vom Lied waren zwei Disqualifikationen gegen Bergendi und Kief sowie eine lächerliche zwei Minuten Strafe für den Auslöser dieser Schlägerei. Die Aktion von Cipa ging ganz klar gegen den Mann mit der Absicht ihn zu verletzen ohne auch nur im Entferntesten an einen Ballgewinn zu denken. Hier stimmen leider die Relationen nicht mehr. Wer sich wehrt wird gnadenlos bestraft, der Auslöser hat sein Ziel erreicht. Nach einer Unterbrechung von zehn Minuten wollte kein Spieler mehr so richtig weitermachen und man ließ bis zum Schlusspfiff die Zeit herunterlaufen. Leider kam dieser Sieg zu spät. Denkt man zurück an das verschenkte Spiel gegen Waiblingen hätte man mit einem Sieg die Waiblinger in die Württembergliga schicken können und man wäre weiterhin in der OLBW geblieben.
Tore Sinzheim: Bartz 1,Bergend 6,Fritz 1,Marlok 5,Höll 2,Holzner 8/2,Kopeck 6,Brezina 4.
Langenau: Cipa 4,Junginger 1,Schaden 11,Ambrosch 3,Dittmann 5/2,Schorn 1,Schenk 5.
Nachdem die Runde nun abgeschlossen ist, deuten sich die ersten sicheren Abgänge an.
Mario Brezina (Slowakei) Dirk Holzner (Saarlouis) Frederik Beker(unbekannt)Paul Nonnenmacher (Langensteinbach)Peter Kopecky (Topolcany) werden Sinzheim verlassen.
Vielen Dank für das Engagement in den letzten Jahren.
Aktualisiert (Donnerstag, 27. Mai 2010 um 15:36 Uhr)























